1945-1989

1945

Beginn der Offensive der Roten Armee im Weichselbogen.

16. Januar. Beginn der Flucht und Evakuierung von Deutschen aus dem “ Reichsgau Wartheland „.

20. Januar. Evakuierung der deutschen Bevölkerung aus dem Raum Posen. Die Stadt Posen wird zur Festung erklärt.

14. April. Verordnung des Ministers für Justiz über die Bedingungen und die Form der Rehabilitierung von Personen, die in die zweite Gruppe der Deutschen Volksliste eingetragen waren.

28. Juni. Bildung der Provisorischen Regierung der Nationalen Einheit in Warschau. Dekret über die strafrechtliche Verantwortlichkeit „für den Abfall von der Nationalität während des Krieges“.

2. August. Im “ Potsdamer Abkommen „ wird im Abschnitt XIII( Geregelte Umsiedlung deutscher Bevölkerung ) u.a. ausgeführt:“ … Die drei Regierungen haben die Frage unter allen Gesichtspunkten beraten und erkennen an, dass die Umsiedlung deutscher Bevölkerung oder Bestandteile derselben, die in Polen …zurückgeblieben sind, nach Deutschland durchgeführt werden muß. … “ In den Konferenzen von Jalta und Potsdam werden die neuen Grenzen Polens festgelegt, die gegenüber der Vorkriegszeit eine Westverschiebung des Staates bedeuten. Millionen von Polen müssen die östlichen Landesteile Polens verlassen, die der Sowjetunion unterstellt werden.

 

1946

Juni. Prozess gegen Arthur Greiser in der Aula der Universität Poznan/Posen.

29./30. Juli. Gründung des “ Hilfskomitees der Posener Evangelischen Kirche “

13. September. Ein Dekret des Ministerrates erkennt den in Polen verbliebenen Deutschen die polnische Staatsangehörigkeit ab.

 

1947

19. Januar. Wahlen zum verfassunggebenden Sejm.

Konstituierung der Helmut – von – Gerlach – Gesellschaft, die in der sich konstituierenden DDR für ein gutnachbarschaftliches Verhältnis zu Polen warb.

22. Dez. In Frankfurt / Main wird das erste Handelsabkommen zwischen Polen und den Vertretern der westlichen Besatzungsmächte und den westdeutschen Behörden unterzeichnet. Pollen eröffnet eine Handelsvertretung in Frankfurt / Main.

 

1949

6. Mai. Vom Hilfskomitee der Posener Evangelischen Kirche wird die Gründung der “ Landsmannschaft Weichsel – Warthe “ beschlossen, deren erster Sprecher Waldemar Kraft wird.

6. Juli. Unterzeichnung des „Görlitzer Abkommens“ über die Markierung der festgelegten und bestehenden deutsch – polnischen Staatsgrenze durch die Regierungen der DDR und der VR Polen

5. August. “ Charta der deutschen Heimatvertriebenen „. In ihr wird feierlich auf Rache und Vergeltung verzichtet.

16. Oktober. Gründung der Historisch – Landeskundlichen Kommission für Posen und das Deutschtum in Polen in Marburg/Lahn

8. Jan. Allen früheren deutschen Reichsbürgern in Polen wird das Recht auf die polnische Staatsangehörigkeit zugesprochen.

4. März. Die Landsmannschaft Weichsel – Warthe konstituiert sich als Bundesverband und zentrale Vertretung der Deutschen aus Polen.

 

1955

31. Januar. Der Polnische Staatsrat erklärt den Kriegszustand mit Deutschland für beendet.

22. Juni. Der Posener Aufstand beginnt mit Streiks, zuerst getragen von jungen Arbeitern, denen sich dann Studenten anschließen.

26. Juni. Eine Arbeiterdelegation der Posener Metallwerke (Cegielski-Werke) fährt nach Warschau, um Forderungen vorzutragen.

28. Juni. Demonstrationen und Straßenkämpfe in Posen; spontane Bildung von Arbeiterräten. Das örtliche Gefängnis wird gestürmt und Häftlinge befreit. Der Protest wird blutig niedergeschlagen; nach amtlichen Angaben sind 55 Tote zu beklagen.

21 . bis 29. Oktober. Gomulka wird Generalsekretär. Beginn des  „Polnischen Oktobers “ (Reformkurs, Entstalinisierung)

 

1960

15. Juni . Beginn der Feiern zum “ Millennium “ (tausendjähriges Bestehen Polens als Staat und Nation )

 

1965

30./31. Januar. Die Landsmannschaft Weichsel – Warthe verabschiedet die “ Giessener Leitsätze „, in denen u.a. ausgeführt wird: “ Wir streben eine deutsch – polnische Verständigung durch eine Verbesserung der Beziehungen zwischen beiden Völkern an. Dazu gehören ein besseres Wissen voneinander sowie eine Entzerrung des vielfach verfälschten Geschichtsbildes „.

7. Dezember . Der “ Vertrag über die Grundlagen der Normalisierung der gegenseitigen Beziehungen „ zwischen der Bundesrepublik           Deutschland und der Volksrepublik Polen “ wird in Warschau unterzeichnet.

 

1972

13. September. Aufnahme diplomatischer Beziehungen beider Länder.

 

1979

19. Oktober. Unterzeichnung einer Rahmenvereinbarung über die Städtepartnerschaft Hannover – Posen.

 

1980

11. März. Eröffnung des Deutschen Polen – Institutes in Darmstadt.

31. August. Das überbetriebliche Streikkomitee unter Leitung von Lech Walesa und eine Regierungskommission unter Leitung des stellvertretenden Ministerpräsidenten einigen sich über alle 21 Forderungen der Streikenden und unterzeichnen ein Abkommen, das u.a. das Recht auf Bildung von unabhängigen und selbstverwalteten Gewerkschaften vorsieht.

10. November. Nach einer Entscheidung des Obersten Gerichtshofes wird Solidarnosc als gesetzmäßig registrierte Gewerkschaftsorganisation zugelassen.

13. Dezember. Ministerpräsident Wojciech Jaruzelski verhängt über Polen den Kriegszustand gemäß Art. 33 der Polnischen Verfassung und setzt einen von ihm geleiteten “ Rat der Streitkräfte für die nationale Errettung “ ein. Führende Gewerkschafter und Regimekritiker werden verhaftet und interniert, alle Organisationen erhalten ein vorläufiges Aktionsverbot. Alle Schulen und Hochschulen werden geschlossen, alle Telefonverbindungen unterbrochen, die Grenzen geschlossen und eine nächtliche Ausgangssperre wird verfügt.

 

1983

22. Juli. Das über Polen verhängte Kriegsrecht wird aufgehoben.