1989- heute

1989

6. Februar. Eröffnung der Gespräche und Verhandlungen zwischen Regierungs – und Oppositionsvertretern am sog. “ Runden Tisch „, die bis zum 05. April dauern.

5. April. Innenminister Kiszczak und Lech Walesa unterzeichnen einen neuen Gesellschaftsvertrag, der weitreichende wirtschaftliche und politische Reformen festlegt.

Die wichtigsten Vereinbarungen lauten:

* Freie Gewerkschaften werden wieder zugelassen.

* Es werden Parlamentswahlen ausgeschrieben. Von den 460 Sitzen des Sejm werden 299 für die Polnische Vereinigte Arbeiterpartei und mit ihr verbündete Parteien reserviert. Für die anderen Sitze können sich alle Bürger bewerben, die mindestens 3000 Stimmen für einen Wahlvorschlag erhalten. Der Senat, eine zweite Kammer, wird neu geschaffen. Alle 100 Sitze werden in freien Wahlen vergeben.

Sejm und Senat wählen den Staatspräsidenten. Der Staatspräsident wird für sechs Jahre gewählt. Staatspräsident und Senat haben das Recht, gegen Beschlüsse des Sejm ein Veto einzulegen, das der Sejm nur mit einer Zweidrittelmehrheit überstimmen kann. Der Präsident hat das Recht, das Parlament aufzulösen und Neuwahlen auszuschreiben. Die Opposition erhält Zugang zu einer Tageszeitung und zwei Wochenzeitungen.

4. Juni. Die Parlamentswahlen enden mit einem großen Erfolg für die Opposition. Die Solidarnosc erhält 99 der 100 Sitze im Senat und mehr als 70 % der Stimmen bei den Sejm – Wahlen.

16. Juni. Anlässlich des 16. Bundestreffens gibt die Landsmannschaft Weichsel- Warthe eine Erklärung ab, in der es u.a. heißt: “ Unsere gemeinsamen Erfahrungen aus kulturellem Ausgleich und politischen Spannungen im Sinne neuer guter Beziehungen erfordern beiderseitiges Bemühen um historische Wahrheit. Dabei können gerade wir Deutschen aus dem Raume von Weichsel und Warthe, die wir seit Jahrhunderten mit Polen zusammenlebten, durch unsere Kenntnisse von polnischer Geschichte, Kultur und Sprache den Dienst der Vermittlung leisten für alle Deutschen…. “

21. Juni Bundeskanzler Helmut Kohl bestätigt in seiner Regierungserklärung den Verlauf der polnischen Westgrenze an Oder und Neiße

19. Juli. Wahl von W. Jaruzelski zum Staatspräsidenten von Polen.

24. August. Tadeusz Mazowiecki, langjähriger Berater und Chefredakteur der Zeitung der Solidarnosc, wird mit großer Mehrheit zum neuen Ministerpräsidenten durch den Sejm gewählt. Damit wird zum ersten Mal in der Volksrepublik Polen ein Nichtkommunist Regierungschef.

14. November. Im Rahmen des vom o9. bis 14. November durchgeführten Staatsbesuches des Bundeskanzlers Dr. H. Kohl wird eine “ Gemeinsame Erklärung “ unterzeichnet. In insgesamt 78 Einzelvereinbarungen werden die Beziehungen zwischen Polen und der Bundesrepublik umfassend geregelt.

29. Dezember. Bei einer Gegenstimme und elf Enthaltungen beschließt der Sejm die Umbenennung des polnischen Staates von “ Volksrepublik Polen “ in Republik Polen sowie die Streichung der Führungsrolle der Kommunistischen Partei aus der Verfassung.

Außerdem erhalten alle Bürger Polens das Recht zur Gründung politischer Parteien und anderer Organisationen. Privates Eigentum wird in Zukunft geschützt.

 

1990

28./ 29. Januar. Nachdem während des 11. Parteitages der Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei ( PVAP ) die überwiegende Zahl der Delegierten die „Sozialdemokratie der Republik Polen „( SdRP ) gegründet hat, wird beschlossen, die PVAP aufzulösen.

3. Februar Durch Beschluss der Hessischen Landesregierung übernimmt das Land Hessen die Landespatenschaft über die Landsmannschaft Weichsel – Warthe in der Bundesrepublik Deutschland.

25. Mai Polen stellt den Antrag auf Assoziierung mit der Europäischen Gemeinschaft

27. Mai. Die ersten freien Kommunalwahlen seit 1938 werden in Polen durchgeführt.

21. Juni. Gemeinsame Entschließung des Deutschen Bundestages und der Volkskammer zur deutsch – polnischen Grenze.

29. Sept. In Posen wird eine landesweite Repräsentanz der territorialen Selbstverwaltungsgremien gebildet.

November. Gründung der „Sozialkulturellen Gesellschaft der deutschen  Minderheit des Warthelandes“

14. November. Unterzeichnung des “ Vertrages zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Polen über die Bestätigung der zwischen ihnen bestehenden Grenze “ .

9. Dezember. Die Stichwahl um die Nachfolge W. Jaruzelskis im Amt des Staatspräsidenten gewinnt Lech Walesa.

22. Dezember. Lech Wałęsa ruft die Dritte Polnische Republik aus.

17. Juni. Der “ Vertrag über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit „ zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Polen wird in Bonn unterzeichnet.

27. Oktober. Erste freie Parlamentswahlen in Polen seit 1945.

26. November Die Republik Polen wird Mitglied des Europarates.

 

1991

1. Jan. Das Deutsch – Polnische Jugendwerk nimmt seine Arbeit auf.

1. Februar. Assoziierungsabkommen der Europäischen Gemeinschaft mit Polen tritt in Kraft.

8. April. Die polnische Regierung stellt bei der Europäischen Union den Antrag auf Vollmitgliedschaft

10. Sept. In der Nähe von Posen nehmen 900 Soldaten aus 13 Nationen West – und Osteuropas sowie den USA an der ersten Übung im Rahmen der „Partnerschaft für den Frieden“ teil

28. Oktober. Einweihung eines deutschen Soldatenfriedhofs in Posen. Letzte Ruhestätte für 5000 Soldaten der Wehrmacht.

Februar . VW errichtet in Posen ein Montagewerk

11. Polen wird das 28.Mitgliedsland der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

22. Nov. Polen wird Mitglied in der OECD

10. Dezember Verleihung des Nobelpreises für Literatur an die am 02. Juli 1923 in Bnin geborene Lyrikerin, Essayistin und Übersetzerin Wisława Szymborska.

Errichtung eines vom hessischen Wirtschaftsministerium und der Hessischen Landesbank getragenen „ Kooperationsbüros“ in Posen

 

1997

21. März. In Posen erscheinen die ersten Bände der „Biblioteka Niemicka“ als Gegenstück zur „Polnischen Bibliothek“, die seit 15 Jahren von Karl Dedecius ( Deutsches Polen – Institut ) herausgegeben wird. Mitherausgeber der Reihe ist der Posener Germanist Hubert Orlowski.

16. Oktober. Neue Verfassung Polens tritt in Kraft. Sie schafft die Voraussetzung für die Bildung von selbstverwalteten Gebietskörperschaften und die Reduzierung der Anzahl der Wojewodschaften mit dem Ziel der Dezentralisierung der staatlichen Gewalt.

 

1998

24. März. Die polnische Regierung legt dem Sejm einen Beschluss zur Verwaltungsreform und zur Stärkung der kommunalen Selbstverwaltung vor. Die bisherigen 49 Wojewodschaften sollen durch 12 Regionen ersetzt werden, die wiederum Wojewodschaften heißen sollen. Kreise werden als neue Verwaltungseinheiten geschaffen.

11. Juni . Das Collegium Polonicum in Slubice, eine gemeinsame Einrichtung der Universitäten in Posen und Frankfurt /Oder, wird feierlich eingeweiht.

5. September. Einweihung eines Gedenksteines für die Opfer des Arbeitslagers Potulitz / Potulice, das der polnische Sicherheitsdienst zwischen 1945 und 1950 für internierte Deutsche betrieb.

 

1999

12. März . Polen wird Vollmitglied der NATO

 

2000

Die Ministerpräsidenten Polens, Tschechiens, der Slowakei, Ungarns und der deutsche Bundeskanzler geben die sog. „ Gnesener Erklärung“ ab, die das Ziel der Osterweiterung der Europäischen Union bekräftigt.

7. Dezember. Unterzeichnung einer „Gemeinsamen Erklärung über die partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen dem Land Hessen und der Wojewodschaft Wielkopolska“.

21. Dezember. Polen ratifiziert die Europäischen Konvention zum Schutz von Minderheiten.

 

2003

750  Jahre Stadtrecht Posen

 

2004

1. Mai Aufnahme Polens in die EU

 

2006

28. Juni Zum 50. Jahrestag des Posener Aufstandes findet in Posen eine Gedenkfeier statt.

 

2007

Wegfall der Grenzkontrollen zwischen D. und P. im Rahmen des Schengener Abkommens der EU.

 

2008

1. Januar Polen tritt dem Schengener Abkommen bei

2. bis 12. Dezember. Umweltgipfel der UN in Posen.

 

2010

19.06.  Im Zusammenhang mit dem Jahrestag des Posener Aufstandes im Juni1956 wird in Posen ein Obelisk zur Erinnerung an die Rechtsanwälte der Volksrepublik enthüllt, die die strafrechtliche Verteidigung derer übernommen hatten, die wegen politischer Vergehen angeklagt worden waren.

 

2011

01.07.    Polen übernimmt die sechs Monate dauernde Ratspräsidentschaft der Europäischen Union

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