Anfang bis 1772

880 – 960

Zusammenschluss slawischer Stämme zwischen Elbe und Weichsel unter der Vorherrschaft der in der Gegend von Gnesen und Posen lebenden Polanen.

 

966

Miezsko I (960 – 992) bekennt sich zum Christentum.

 

968

Ein dem Heiligen Stuhl in Rom direkt unterstelltes Missionsbistum Posen wird begründet. In diese Zeit fällt auch die erste massive Errichtung eines massiv gebauten Domes in Posen.

 

991

Mieszko I stellt sein Land unter den Schutz des Vatikans und schafft damit die Voraussetzungen für die Gründung einer eigenen polnischen Kirchenprovinz.

 

992

25. Mai. Mieszko I stirbt. Sein Sohn Boleslaw Chobry (der Tapfere) (* 966 + 17. Juni 1925) wird neuer polnischer Herrscher.

 

10. Jahrhundert erste jüdische Ansiedelung in Großpolen

 

997

Bischof Adalbert von Prag bricht zu einer Missionsfahrt zu den heidnischen Pruzzen im Samland auf , wo er ermordet wird. Boleslaw erwirbt den Leichnam Adalberts und lässt ihn nach Gnesen überführen.

  • Anfang März. Der deutsche Kaiser Otto III (*Juni 980 + 24. Jan.1002) pilgert nach Gnesen. Er überreicht Boleslaw eine Nachbildung der Mauritiuslanze, die unter den Insignien des Reiches als Symbol des Kampfes gegen die Heiden gilt.

Auf die bisherigen Tributzahlungen wird verzichtet. Eine polnische Kirchenprovinz mit dem Erzbistum Gnesen und den Bistümern Krakau, Breslau und Kolberg wird geschaffen.

Mit der Gründung der polnischen Kirchenprovinz Gnesen wird die Selbständigkeit Polens neben dem deutschen Kaiserreich anerkannt.

 

1025

Boleslaw Chobry wird in Gnesen zum König von Polen gekrönt. Im neuen polnischen Königreich wird Krakau anstelle von Gnesen Hauptstadt.

 

1038

Böhmen überfallen Großpolen und rauben die Reliquien des Hl. Albert in Gnesen.

 

1138

Boleslaw ( Krzywousty ) III (* 1085   + 1135) legt testamentarisch fest, dass Polen unter seinen vier ältesten Söhnen aufgeteilt werden soll. Der jeweils Älteste wird als Senior eine Art Oberherrschaft über die jüngeren Brüder ausüben, sowie für das Heer, die Verwaltung, die Gerichtsbarkeit und das Münzwesen die Verantwortung tragen. Diese Senioratserbfolge bedeutet einen tiefen Einschnitt in die mittelalterliche Geschichte Polens und führt in den folgenden 200 Jahren zur Zersplitterung in kleine und kleinste Fürstentümer sowie zu einer stetig wachsenden Macht des Adels (Senioratsverfassung ).

  • Zisterziensermönche aus Altenburg bei Köln gründen das Kloster

Lekno/ Łekno ( nordöstlich von Posen)

  • Tod Mieszkos III von Großpolen. Seither drei Linien der Piastendynastie.

1.Schlesien 2. Großpolen und 3. Kleinpolen ( mit Kujawien und Masowien )

 

1206

Heinrich I von Schlesien ( 1201 – 1238 ) , verheiratet mit der später heiliggesprochenen Hedwig von Andechs – Meranien, übergibt dem Abt des St. Vinzenzklosteres in Breslau das Gut Hundsfeld ( Psiepole ) zur Besiedlung mit Deutschen und leitet damit die Ostsiedlung von Deutschen in Polen ein.

 

vor 1243

Beginn der Städtegründungen im Posener Land durch deutsche Kolonisten.

 

1253

Gründung der Stadt Posen nach deutschem Recht durch den Lokator Thomas von Guben.

  • Bischöfe und Magnaten Großpolens wählen König Wenzel II von

Böhmen zum König von Polen.

  • Nach dem Tod Wenzel II wird dessen Sohn polnischer Thronfolger, wird aber kurz darauf ermordet. Władyslaw Łokietek wird vom Krakauer Bischof zum Erben des polnischen Reichres bestimmt.
  • Januar. Władyslaw Łokietek ( * 1260 + 1333  ) wird in

Krakau zum König von Polen gekrönt. Bis 1764 wird die Königskrönung nun in der Kathedralkirche auf dem Wawel, der Königsburg, vollzogen.

 

1325

Januar. Wladyslaws Sohn Kasimir (* 1310 + 1370) wird mit Aldona – Anna, einer Tochter des Großfürsten Gedimin von Litauen (1316 – 1341) verheiratet. Litauer und Polen greifen gemeinsam Brandenburg an, werden aber zurückgeschlagen. Dieser Überfall ist Anlass für den Deutschen Orden -gemeinsam mit dem Herzog Boleslaw von Brieg – das Posener Land anzugreifen.

 

1365

Für Großpolen wird ein Oberhof in Posen für die Städte mit deutschem Recht eingerichtet.

  • Durch die Heirat Jagiellos von Litauen mit der dreizehnjährigen

Jadwiga wird das Doppelreich Litauen – Polen begründet.

Beginn der jagiellonischen Dynastie (bis 1572). Polen ist nun für 150 Jahre der größte Staat Europas.

  • Sieg des polnisch – litauischen Heeres über den Deutschen Orden bei
  • Der Erzbischof von Gnesen wird zum Primas von Polen erhoben.

1463/1464

Zerstörung des jüdischen Viertels in Posen

 

1505

April / Mai Reichstag in Radom. Der König sichert dem Adel zu, ohne dessen Zustimmung künftig keine Gesetze mehr zu erlassen (Konstitution “ Nihil Novi „). Die Adelsdemokratie (Res publica, poln. Rzeczpospolita) ist damit vollendet.

 

1519

Errichtung der ersten Universität in Posen, die nach Lebranski, dem Bischof von Posen, benannt wird.

 

1520/1523

Erlass zweier Edikte gegen lutherische Schriften in Polen. Bekämpfung der Reformation, die vor allem bei der deutschen Bevölkerung in den großpolnischen Städten Zustimmung findet.

 

1547

vom Danziger Gebiet aus beginnende neue Form deutschrechtlicher Siedlung im Weichselgebiet – die sog. “ Holländereien „.

  • Sigismund II August ( * 01.Aug.1520 + 07. Juli 1572 )übernimmt in

Polen die Regierung. Seine liberale Haltung gegenüber den Protestanten fördert die Ausbreitung der Reformation und veranlasst die aus Böhmen vertriebenen “ Böhmische Brüder „ zur Niederlassung in Großpolen. Lissa, Posen und Scharfenort werden die religiösen Zentren.

 

1552

April bis Juni. Der Reichstag beschließt ein “ Interim „, das dem Adel das Recht auf Glaubensfreiheit, Anstellung von Geistlichen und Aus-setzung der geistlichen Gerichtsbarkeit zugestanden wird. Der Grundsatz religiöser Toleranz ist damit bindend durchgesetzt.

 

1564

Kardinal Stanislaus Hosius (1504 – 1579) setzt die Gegenreformation in Polen politisch durch.

 

1565

Das Toleranzedikt von Petrikau garantiert die Glaubensfreiheit in Polen

 

1572

07. Juli. Sigismund II August stirbt und damit erlischt die Jagiellonendynastie, ohne das eine Regelung für die Nachfolge getroffen wurde. Die polnisch – litauische Adelsrepublik tritt in das Zeitalter des Wahlkönigtums, das bis 1795 praktiziert wird.

 

1573

Januar. Reichstag in Warschau zur Vorbereitung der Königswahl. Der königliche Sekretär Jan Zamoyski (1542 – 1605) setzt das Wahlrecht aller Adligen durch, die “ Mann für Mann “ ( viritim) abstimmen sollen. Als ständiger Ort für die Königswahl wird Warschau festgelegt. Interrex soll stets der Erzbischof von Gnesen sein, dessen Autorität damit gefestigt wird.

  • Warschau wird die neue Hauptstadt Polens.
  • Orthodoxe Bischöfe und protestantische Magnaten schließen Union von Wilna zur Abwehr der Gegenreformation

 

1605

Weihnachten. Ein Überfall auf die Kirche der Böhmischen Brüder in Posen ist ein Anzeichen für die sich verschärfenden religiösen Gegensätze in Polen.

 

1617

Vertreibung aller evangelischen Geistlichen aus Posen.

 

1645

Zweite große Kolonisations – und Ansiedlungsbewegung in Großpolen.

  • “ Liberum veto „ – mit dem Missbrauch des Vetorechtes jedes einzelnen Sejmmitgliedes beginnt der politische Verfall Polens.

 

1655 – 1660

1. Nordischer Krieg, in dessen Verlauf die Schweden Kujawien, Groß -polen sowie Warschau und Krakau besetzen. (am 26. Juli 1655 besetzen schwedische Truppen Posen) Im Winter 1655 kann das Kloster Tschenstochau gegen die Angriffe der Schweden gehalten werden. Der polnische König Kasimir ernennt daraufhin die Jungfrau Maria zur “ Königin der Krone Polens „.

 

1656

Im Südosten Polens bildet sich die Konföderation von Tyszowce unter Führung von Stefan Czarniecki, die den Schweden mit einem verlustreichen Kleinkrieg erfolgreich Widerstand leistet. Lissa wird verwüstet. Der dort residierende Bischof der Unität der Böhmischen Brüder, Jan Amos Comenius, muss fliehen

25. Juni. Vertrag von Marienburg. Karl X von Schweden

(* 08.Nov.1622 + 13.Feb.1660), der sich in Polen nur mühsam behaupten kann, tritt u.a. die großpolnischen Wojewodschaften Posen und Kalisch an Brandenburg ab.

Kurfürst Friedrich Wilhelm wird neuer Herrscher von Großpolen.

29. September. Vertrag von Wehlau. Kurfürst Friedrich Wilhelm (* 16.Feb. 1620+ 09. Mai 1688) verzichtet auf Großpolen.

 

1683

Sieg des polnisch – deutschen Heeres unter Führung des polnischen  Königs Johann III Sobieski  ( * 17.Aug.1624  + 17.Juni 1696 ) gegen die Türken vor Wien.

 

1697

Kurfürst Friedrich August von Sachsen (“ der Starke „) wird zum polnischen König gewählt. ( *12.Mai 1670   + 01.Feb.1733 )

 

1699

25. September. Der Abschluss eines Angriffsbündnisses zwischen Russland, Sachsen und Polen gegen Schweden wird Ausgangspunkt des II. Nordischen Krieges (1700 bis 1721).

 

1703

18. September. Besetzung der Stadt Posen durch schwedische Truppen.

 

1704

August bis Oktober. Belagerung Posens durch sächsische Truppen.

 

1709

15. August. Die Schweden räumen Posen und am 19. Oktober zieht August II in Posen ein.

 

1733

12. September. Stanisław Leszczynski (* 20.Okt.1677    , +23.Feb.1766)wird nach dem Tod von August II zum König gewählt.

5. Oktober. Mit der Unterstützung Österreichs und Russlands wird der Kurfürst Friedrich August ebenfalls in Warschau zum König gewählt. Der “ Polnische Erbfolgekrieg „ (1733 bis 1735) ist das Ergebnis Wahlen.

 

1736

Leszczynski verzichtet auf die Königswürde.

 

1764

11. April. Preußisch – russischer Vertrag, in dem die Wahl von Stanislaw August Poniatowskis (*17.Jan . . . 1732  + 12.Feb.1798) zum polnischen König vereinbart wird. Preußen versucht – gegen den Willen der russischen Zarin Katharina II grundlegende Reformen in Polen zu realisieren. Es kommt zu einem vierjährigen bürgerkriegsähnlichen Zustand in Polen.

 

1770

Diesen Bürgerkrieg nutzend, besetzen preußische Truppen Großpolen und das “ Königliche Preußen “ ( Westpreußen ). Österreich okkupiert Teile des Karpartenvorlandes.

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